Wenn Vitamine Farben hätten, dann wäre C wohl orange. In dieser Farbe leuchten zur Erntezeit auf der Plantage der Storchennest GmbH Ludwigslust nämlich tausende kleine Vitaminbomben: die Sanddornbeeren. Und die haben es wirklich in sich: Während in 100 Gramm Apfel 6 Milligramm Vitamin C stecken, sind es in 100 Gramm Sanddorn zwischen 130 und 320 Milligramm. Damit toppen die orangen Beeren sogar Zitrusfrüchte, so dass sie nicht ohne Grund "Zitrone des Nordens" genannt werden.
Oder "Zitrone des Ostens": Es war 1980, als in der DDR erstmals Sanddorn kultiviert wurde - und zwar in der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft "Storchennest" in Ludwigslust. "Grundlage war eine Diplomarbeit, die ein Mitarbeiter der GPG an der Humboldt-Universität Berlin über Sanddorn geschrieben hatte", sagt Ilona Schreiber, in deren Händen seit Juli 2011 die Geschäftsführung der heutigen Storchennest GmbH liegt. Mit Unterstützung der Universität stürzten sich die Ludwigsluster ins Abenteuer Sanddorn: "Leikora" hieß die erste Kulturpflanze, die in den kargen Böden sehr gut gedieh. 1983 brachte die Gärtnerische Produktionsgenossenschaft die erste Ernte ein: zwei Tonnen Sanddorn.
Inzwischen ist die Storchennest GmbH Deutschlands größter Sanddornproduzent. 100 Tonnen ernteten die Mitarbeiter in diesem Jahr, von den 500 Hektar Anbaufläche, die es deutschlandweit gibt, entfallen allein 110 Hektar auf die Plantage in Ludwigslust. Hinter dieser Zahl steckt eine Menge Arbeit. Denn die Sanddornpflanze macht es den Menschen nicht leicht, an die begehrten Früchte zu kommen. "Die Beere sitzt sehr fest am Strauch, so dass Sanddorn früher regelrecht gemolken wurde", erklärt Ilona Schreiber. Weil dies auf großen Flächen natürlich viel zu aufwändig ist, erfolgt die Ernte in der Storchennest GmbH heute nach einem ausgeklügelten System. Dabei trennen Erntehelfer mit der Astschere lange Zweige von der Pflanze, die weitere Helfer anschließend mit der Gartenschere in kleine Stücke teilen und in Kisten packen. Diese Kisten kommen in einen Frosttunnel, wo sie mit flüssigem Stickstoff bei minus 70 Grad schockgefrostet werden. Anschließend lassen sich die Beeren maschinell von den Zweigen schütteln und kommen bis zur Weiterverarbeitung ins Gefrierhaus.
Die Veredlung übernehmen Lohnunternehmen, die für die Storchennest GmbH Qualitätsprodukte herstellen - nach Bio-Standard. Besonders beliebt, sagt Ilona Schreiber, ist der Sanddornsaft - ein hundertprozentiger Saft ohne Zusatz von Zucker. Wer davon ein Glas trinkt, hat die empfohlene Tagesmenge von 60 Milligramm Vitamin C mit wenigen Schlucken zu sich genommen. Marmeladen und Konfitüren, Tees, Likör und Kekse auf Sanddornbasis gehören ebenfalls zu den köstlichen Spezialitäten. Sogar Gummibären und Trüffel entstehen aus den herb-fruchtigen Beeren.
Auf der Grünen Woche ist die Storchennest GmbH regelmäßig dabei. Sie setzt dabei auf das bewährte Sortiment. "Die Palette wird nicht jedes Jahr erweitert. Vielmehr ist es uns wichtig, dass wir unsere vorhandenen Produkte in ausgezeichneter Qualität anbieten und den Bio-Standards gerecht werden", nennt Ilona Schreiber ihren Anspruch. Für die Geschäftsführerin ist es die erste IGW-Teilnahme am Stand der Storchennest GmbH und sie ist sehr gespannt auf die Resonanz der Besucher. "Als Vertreter des Landkreises Ludwigslust waren wir 2011 auf der Ländermeile beim Tag der Deutschen Einheit in Bonn dabei und nach zwei Tagen komplett ausverkauft", erinnert sich die Chefin. Bei diesem Auftritt hat sie die Erfahrung gemacht, dass Sanddorn in anderen Teilen Deutschlands noch gar nicht bekannt, das Interesse aber groß ist. Deshalb wollen die Ludwigsluster auch in Berlin Appetit auf die Storchennest-Produkte machen.
Apropos Storchennest: Unter einem solchen gedeihen die Beeren schon von Anfang an. "Seit den 60er Jahren nistet ein Storch auf dem Schornstein des Firmengebäudes. So ist es auch heute noch und deshalb trägt das Unternehmen diesen Namen", sagt Ilona Schreiber. Eine schöne Geschichte, die gut zur Storchennest GmbH passt. Denn die Sanddornpflanzen mögen in Ludwigslust zwar kultiviert worden sein, trotzdem spielt die Natur hier immer noch eine Hauptrolle.
Sanddorn "Storchennest" GmbH
Herr Frank Spaethe
Heideweg 9
19288 Ludwigslust
| Telefon: | 03874 - 21973 |
| Fax: | 03874 - 663244 |
| E-Mail: | info@sanddorn-storchennest.de |
| Webseite: | www.sanddorn-storchennest.de |